SOLSCHENIZYN -DISSIDENT, PATRIOT 🗓 🗺

SOLSCHENIZYN. 
Dissident, Patriot
Szenische Lesung zu Leben und Werk von Alexander Solschenizyn zur Feier seines hundertsten Geburtstages/
Lecture scénique sur la vie et l’œuvre d’Alexandre Soljenitsyne à l’occasion du centenaire de sa naissance

Alexander Solschenizyn, vom KGB verfolgter Gulag-Chronist, Nobelpreisträger, ewiger Dissident, Patriot und kritisch-unbequemer Geist, war aus Katastrophenerfahrung konservativ. Zarennostalgie lag Solschenizyn vo?llig fern, sein Verha?ltnis zu Politikern war unsentimental. Er hielt insbesondere den letzten Zaren Nikolai II. fu?r tragisch inkompetent und fand seine Verkla?rung als Ma?rtyrer abwegig und kitschig.

Alexander Solschenizyn wurde am 11. Dezember 1918 in Kislowodsk geboren. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt und er wuchs bei seiner Mutter auf. Schon als Kind wollte er Schriftsteller werden, studierte aber zunächst Mathematik, – was ihn später mehrere Male vor dem Tod retten sollte. Später fügte er noch Physik und Literatur hinzu.

Solschenizyn diente in der russischen Armee während des Zweiten Weltkriegs, an dessen Ende er verhaftet wurde (wegen weniger
kritischer Bemerkungen über Stalin in seinem Briefwechsel mit einem Schulfreund), um dann zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt zu werden. Dort arbeitete er als Minenarbeiter, als Mathematiker in der wissenschaftlichen Abteilung des Innenministeriums, als Maurer und Gießer – und entwickelte einen Tumor.
Am Ende seiner acht Jahre langen Strafe folgte seine Verbannung nach Südkasachstan, wo er Mathematik und Physik an Schulen
unterrichtete und im Geheimen schrieb. Sein Krebs entwickelte sich rasant, doch er schrieb im Geheimen weiter. Erst 1961, mit über vierzig Jahren, ging er zum ersten Mal mit einem seiner Texte an die Öffentlichkeit. Sie wurden zunächst veröffentlicht, dann verboten. Doch Solschenizyn schrieb weiter, erhielt 1970 den Nobelpreis, wurde 1974 ausgewiesen und zog zunächst in die Schweiz, dann
in die USA. Erst 1994 kehrte er nach Russland zurück und starb am 3. August 2008 in Moskau. Sein Werk ist verstörend, enorm, vielfältig – und stark gespalten, betrachtet man sein Schreiben bis zu seiner Ausweisung und nach seiner Rückkehr nach Russland.

In einer szenischen Lesung werden russische und luxemburgische SchauspielschülerInnen der Akademien aus Moskau, Wien und Berlin Leben und Texte Solschenizyns vorstellen und versuchen, den Spagat zwischen literarischem Widerstand und meditativer Hingabe als Prismen einer einzigen Persönlichkeit zu vollziehen.
Lors d’une lecture scénique sous la direction de Frank Hoffmann, des étudiants russes et luxembourgeois, provenant des académies de Moscou, Vienne et Berlin, présenteront la vie et l’œuvre du grand écrivain russe Alexandre Soljenitsyne et tenteront de décrire l’équilibre entre la résistance littéraire et le dévouement méditatif qui paraissent comme deux prismes d’une même et unique personnalité.

Regie: Frank Hoffmann
Dramaturgie: Ruth Heynen, Mandy Thiery

Mit: SchauspielschülerInnen aus Russland und Luxemburg

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